Kufsteiner Bevölkerung will die ursprüngliche Bundeshymne zurück: Umfrage zur aktuellen Diskussion über die österreichische Bundeshymne in Kufstein.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Unternehmenskommunikation & Public Relations führte der 13. Studiengang Marketing und Kommunikationsmanagement der FH Kufstein eine Straßenbefragung zum Stimmungsbild rund um die aktuelle Diskussion um eine neuerliche Änderung der Bundeshymne durch. Es geht dabei um die vor zwei Jahren geänderte Textzeile in der österreichischen Bundeshymne, in der nicht nur – wie ursprünglich – „Heimat bist du großer Söhne“ im Text enthalten ist, sondern die Textzeile auf „Heimat großer Töchter und Söhne“ geändert wurde.

Die Diskussion, um eine Zurücksetzung dieser Änderung wurde durch einen öffentlichen Auftritt des „Volksrockers“ Andreas Gabalier ausgelöst, der die alte Version der Bundeshymne zum Besten gab. Eine große Aufmerksamkeit von Seiten der Medien folgte diesem Auftritt und löste dadurch eine Fortsetzung der Diskussion – von zwei Jahren – fort. Dies führte sogar zu einer Diskussion im ORF, wo der Sänger Gabalier in der ZIB 2, immer wieder betonte, auch weiterhin die alte Version der Hymne singen zu wollen. Er forderte die österreichische Bevölkerung auf, auf der Online-Plattform des Radiosenders Ö3 für eine Volksbefragung zu voten.

Da die Mehrheit der Bevölkerung (über 90 Prozent) für eine Volksabstimmung abgestimmt haben, entstand im Zuge der Lehrveranstaltung die Idee, auch eine Straßenbefragung zu diesem Thema durchzuführen. Interessant war dabei der Hintergrund von unterschiedlichen Mechanismen bei derartigen Meinungserhebungen: Auf einer Online-Plattform wählt ein User aktiv und aus eigens getriebener Intention mit. Bei einer Straßenbefragung wird der Proband spontan von einer Umfrage überrascht. Dabei kommen auch Personen zu Wort, die nicht aktiv und aus eigener Intention eine Befragung ausgewählt haben.

Die Straßenbefragung wurde von 11 Studentengruppen am 28. Juni 2013 am Stadtfest in Kufstein durchgeführt. Bei den gesamt 127 Probanden der Umfrage kristallisierte sich ein eindeutiges Stimmungsbild gegen die vor zwei Jahren geänderte Version der Bundeshymne heraus. 61,9 Prozent der Befragten wünschen sich die alte Version zurück.

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Von den 56,7 Prozent (Anzahl der Befragten Männer) und 43,3 Prozent (Anzahl der befragten Frauen) haben die meisten aus dem TV von der Diskussion erfahren (25,4 Prozent), gefolgt vom Radio an zweiter Stelle (21,3 Prozent) und der Zeitung an dritter Stelle als Informationsquelle (16,4 Prozent). Die zunehmende Bedeutung von Social Media Plattformen spiegelt sich auch in dieser Befragung wieder. 11,5 Prozent der Probanden haben zuerst aus Social Media Plattformen von der Diskussion erfahren.

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Die Mehrheit, nämlich ganze 87,6 Prozent konnten die besagte Zeile in der Bundeshymne wiedergeben. Dies ist sicher auch auf die Durchdringung der Medienberichterstattung zurückzuführen, bei der die Zeile in den letzten Tagen häufig genannt wurde. Interessant wäre hier ein Vorher-Nachher-Vergleich, also die Frage nach der Zeile vor der aktuellen öffentlichen Diskussion und Wochen später wieder.

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Die hohe Zustimmung nach der ursprünglichen Version spiegelt sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern in gleich hohem Ausmaß wieder.